Rhododendrongarten - Gartenkultur Königshain

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Rhododendrongarten



Das Anlegen von Rhododendron-Schausammlungen hat lange Tradition. So begann auch der Görlitzer Friseurmeister 
Horst Effenberger 1963, sich dieser interessanten und attraktiven Pflanzengruppe verstärkt zuzuwenden.
Erste Versuche, eine lebende Kollektion aufzubauen, unternahm er in Görlitz (Grenzweg 31), wo er sich sowohl der Kultur wie auch der Vermehrung von Rhododendren bzw. Azaleen widmete. Das Pflanzenmaterial stammte dabei im Wesentlichen aus folgenden Quellen:
- Kauf in Baumschulen
- Kauf in der Gärtnerei SEIDEL (Grüngräbchen) und
- Pflanzentausch mit Privatpersonen und Spezialbetrieben, z.B. mit  Dresden/Wachwitz)
Um die Vermehrungsversuche besser überwachen zu können, lagerte Effenberger einen Teil seiner Anzuchten in den Hinterhof seiner damaligen Wohnung in Görlitz, Mittelstraße 10, aus.
Aus der Görlitzer Zeit des Rhododendron-Gartens existieren auch Fotodokumente, sie befinden sich im Besitz von Frau Inge Effenberger. 

Mit der Wende 1989 ergaben sich zunehmende Schwierigkeiten, die Rhododendron-Sammlung in Görlitz erhalten zu können. Vor allem eigentumsrechtliche Fragen bezüglich der von Effenberger genutzten Fläche führten 1995 dazu, dass der Garten auf dem Grenzweg aufgegeben werden musste.
Die Suche nach einer Alternative gestaltete sich schwierig. Als einzige Möglichkeit verblieb schließlich die Übersiedlung nach Königshain auf das Gelände der ehemaligen Schlossgärtnerei.  

Der Rhododendron-Garten in Königshain wurde zunächst auf rein privater Basis betrieben: Erhalt, Pflege und Erweiterung / Komplettierung der Schauanlage lagen in den Händen von Horst und Inge Effenberger. Dabei gab es gelegentliche Unterstützung von Freunden und Bekannten.
Der Umzug nach Königshain verblieb nicht ohne Konsequenzen:
Ein Teil der Pflanzen begann nach dem Umsetzen zu kümmern und schließlich abzusterben
Bodenverbessernde Maßnahmen waren (und sind noch) ständig notwendig, da die natürlichen bzw. durch den Menschen geprägten Gegebenheiten des Standortes vielen Arten bzw. Sorten nicht zuträglich sind
Ausreichende Wasserversorgung der Pflanzen besonders in trockenen Jahren war und ist nicht gewährleistet und
Schutz vor Wind und insbesondere starker Besonnung erforderten (und erfordern) die Ansiedlung weiterer schattenspendender Gehölze wie Magnolien, diverser Nadelbäume usw.
Mit außerordentlich großem Engagement hat die Familie H. Effenberger dennoch dafür Sorge getragen, dass zumindest zur Hauptblütezeit der Rhododendron-Pflanzen die Schausammlung bei den Besuchern immer einen gepflegten Eindruck hinterließ. 

Eine (leider unvollständig gebliebene) Kartei von H. Effenberger gibt Auskunft darüber, welche Sippen vorhanden waren bzw. angeschafft werden sollten.
Mehrere Fotomappen mit Bilddokumenten (alle durch H. Effenberger aufgenommen) komplettieren den Eindruck.
Die Beschriftung an den Pflanzen selbst war teils sehr detailliert (Herkunft, Züchter usw.), sie war aber vorrangig als eigene Informationsquelle und nicht vorrangig für die Besucher gedacht. Eine Etikettierung einzelner Pflanzen, die auf gut lesbaren Schildern dem Interessenten Informationen vermitteln, hat H. Effenberger immer angestrebt. Dieses Vorhaben wurde aber erst nach seinem Ableben realisiert. 

Durch H. Effenbergers Tod ergaben sich einige Veränderungen:
Da die Instandhaltung des Gartens auf privater Ebene nicht mehr gewährleistet werden konnte, übernahm die Gemeinde Königshain als Grundstückseigentümer die Rhododendron-Schausammlung komplett
Um die Anlage möglichst pflegearm zu gestalten, wurden auf ehemals vorhandene, mit Schrettergut (Holz- bzw. Rinde) bestreute Wege verzichtet und diese durch eine Grasnarbe ersetzt.
Es konstituierte sich eine kleine Gruppe von Interessenten, die unter der fachkundigen Anleitung eines Königshainer Bürgers die Pflege des Gartens fortführt und der Sammlung z.T. ein neues Gepräge gab bzw. gibt
 

Da die Dokumentation zum Garten nur fragmentarisch war, wurden zwei Rhododendron-Spezialisten (Bernhard Knorr und Sandro Bießlich, Cunewalde) zu Rate gezogen, die den aktuellen Arten- bzw. Sortenbestand der Sammlung ermittelt haben.
In Vorbereitung dieser neuen Erfassung wurden sämtliche Gehölze punktmäßig kartiert, nummeriert und auf einer Karte eingetragen. Auf dieser Basis entstanden mehrere Dateien, die ständig aktualisiert werden. Außerdem wurden von möglichst allen Rhododendren digitale Fotodokumente angefertigt. Von einzelnen Vertretern (insbesondere Wild-Arten) liegen Herbarbelege vor.
Im Ergebnis der Erfassung ergibt sich folgendes Bild: 

Der Rhododendron-Garten beherbergt insgesamt etwa 500 Rhododendron (incl. Azalea)-Einzelpflanzen
Hinzu kommen ca. 40 weitere Gehölze (Laub- und Nadelgehölze)
Bei Rhododendren sind die meisten Vertreter Kultur-Hybriden bzw. –Sorten, Wildarten sind bei weitem in der Minderzahl
Neben „Allerwelts-Sorten“ sind auch einige vertreten, die heute so selten sind, dass sie nicht mehr im Angebot von Baumschulen oder Spezialgärtnereien auftauchen
Da der gesamte Rhododendron-Garten letztendlich dem Wirken und der Initiative von Horst Effenberger zu verdanken ist, kann man am Eingang auf einen Granitstein eine kleine Tafel sehen, die stichpunktartig seine Verdienste würdigt.
Der folgende Text ist der Entwurf von Inge Effenberger dazu, der hier ungekürzt wiedergegeben wird: 

Dem Andenken an den Gründer des
Azaleen- und Rhododendparks im Schlossgelände Königshain (1994)
Horst Effenberger
aus Görlitz.
Er liebte die besonderen Pflanzen, sein vorrangiges Interesse galt dabei den Sträuchern und Bäumen.
Neben dem Ankauf oder Tausch von Raritäten versuchte er immer wieder, die Formenvielfalt des Gartens auch durch eigene Anzuchten aus Samen zu bereichern.
Doch er wollte sich nicht nur selbst an der Schönheit der Pflanzen, an ihrem Blütenreichtum und an ihrem Gedeihen erfreuen;
er wollte sein Wissen und seine Ideen weitergeben!
Durch sein Hobby war er glücklich und erfüllte sich einen Lebenstraum. 


Weitere Informationen zum Rhododendron-Garten Königshain (Arten- und Sortenlisten usw.) sind zu erfragen bei 

Gartenkultur-Königshain „hortus amabilis“ e.V.
Schlosskomplex Königshain
Dorstraße 29
02829 Königshain 



oder 

Dr. Friedrich W. Sander
Schlosskomplex Königshain
Dorstraße 29
02829 Königshain 

e-Mail: frwisa@freenet.de

 
10.01.2016
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